Ausstellung “Antifaschistischer Widerstand in Europa 1922-1945” eröffnet

Heute eröffneten wir im Rathausfoyer mit Dr. Wolfgang Nitzsche, Präsident der Rostocker Bürgerschaft, und Dr. Ulrich Schneider, Generalsekretär der Internationalen Förderation der Widerstandskämpfer – Bund der Antifaschisten, die Ausstellung “Antifaschistischer Widerstand in Europa 1922-1945”. Schneider hat, gemeinsam mit Jean Cardeon, Direktor der Abteilung “Erinnerung und Kommunikation” des “Instituts des Vétérans – INIG” (Belgien) die Ausstellung über Jahre entwickelt. Sie wurde erstmals in 2013 in Brüssel gezeigt und wanderte in den letzten Jahren auch durch Deutschland, beginnend in der Hansestadt Bremen. Dr. Schneider war sichtlich erfreut darüber, die Ausstellung nun erneut in einer Hansestadt eröffnen zu können. Zuvor war sie im Thüringer Landtag zu sehen. Nun hat sich die Vereinigung der Verfolgten des Naziregmis – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Mecklenburg-Vorpommern (VVN-BdA MV) vorgenommen, die Ausstellung im Bundesland zu zeigen.

Dr. Wolfgang Nitzsche gab innerhalb eines Grußworts einen Überblick über die unterschiedlichen Formen des Widerstandes in den europäischen Ländern. Dr. Ulrich Schneider berichtete anschließend über den Entstehungsprozess der Ausstellung, die selbstverständlich keine Vollständigkeit liefern könne, so der Historiker. Zudem sei sie parteiisch, nämlich aus Perspektive der Widerstandskämpfer. Gleichwohl gewinnt sie durch ihre Vielfalt und qualitative Breite der politischen Ausrichtungen der Widerstandskämpfer und -kämpferinnen. Sowohl Anarchisten, Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten, als auch bürgerliche, geistliche, republikanische bis militärische Kräfte werden gezeigt. Antifaschistischer Widerstand bestünde eben nicht nur aus “linken” Untergrundgruppen. Auch die aufrechte Äußerung eines katholischen Priesters gelte eine Form des Widerstands.

FIR Widerstandskämpfer VVN Antifaschismus Historiker

Dr. Ulrich Schneider bei seinen Ausführungen über die Ausstellung.

Des Weiteren stellt die Ausstellung Besonderheiten des Widerstands der einzelnen Länder heraus, muss dadurch jedoch Gemeinsamkeiten als redundante Informationen behandeln, wie beispielsweise die allerorts gebrauchte Sabotage von Bahngleisen. Zudem konzentriert sich die Schau auf Persönlichkeiten. Man versuche “dem Widerstand” ein Gesicht zu geben. “Die Pädagogik zeigt, dass regionale und individuelle Erzählungen den Zugang zu abstrakten globalen Geschichten einfacher ermöglichen”, begründet Schneider. So sei die Ausstellung auch als Mutmacher zu verstehen, eine Reihe von Vorbildern, die auch in der heutigen Zeit dazu aufrufen, sich nationalistischen, faschistischen Strömungen entgegenzustellen. Schließlich verdankten wir die Tatsache, dass in Deutschland heute eine demokratische Grundordnung verankert sei, in besonderer Weise auch dem antifaschistischen Widerstand des 20. Jahrhunderts.

Die Inhalte der Ausstellung sind in einem viersprachigen (deutsch, englisch, flämisch, französisch) Band zusammengefasst. Er ist 2015 bei PapyRossa erschienen und dort für 29,90 Euro erhältlich.

Bis Freitag, 26. April 2019, um 12 Uhr kann die Ausstellung im Rostocker Rathausfoyer besucht werden. Im Folgenden wird sie in Schwerin zu sehen sein.

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