Bericht vom 13. September 2013

steintor2Kundgebung im Rosengarten am Steintor,

Rede von Prof. Dr. Gregor Putensen aus Greifswald

 

steintor1Bericht von der Veranstaltung am 13. September 2015 11.00 Uhr
im Peter-Weiss-Haus Rostock:

13. September 2015 11.00 Uhr Peter-Weiss-Haus Rostock –
der Saal füllt sich. Wir hatten mehr junge Leute erwartet. Auf der abgedunkelten Bühne werden die Tische vorbereitet, Beleuchtung und Mikro eingestellt. Auch die Sängerin Petra Frühling aus Hamburg nimmt Platz.
Wir begrüßen die „ Zwei gegen den Strom“
Michael Grill und Marco Moreno
Kennengelernt haben wir sie bei einer Veranstaltung mit den jungen Antifaschisten in Hamburg Wilhelmsburg.
Sie treten auf, an unterschiedlichen Kulturinstitutionen in Hamburg und Umgebung, an ungewöhnlichen Orten, auf Hinterhöfen, auf improvisierten Bühnen, bei Barkassenfahrten – nachts – durch den Hamburger Hafen.
Sie lesen, rezitieren und inszenieren fast vergessene Autoren, sie erinnern an ungewöhnliche Menschen, sie zwingen zum Nachdenken.
Es geht ihnen
um eine bessere Welt,
um eine friedliche Welt,
um die Würde aller Menschen
Auch deshalb haben wir sie heute und hierher eingeladen –
Sie lesen aus der Biographie von Rudolf Mokry, dem Rostocker Sportler, dem Schmiedelehrling, der sich dem Boxsport verschrieben hat, um den frechen Nazis auch mit den Fäusten zu antworten. Sie lesen von dem jungen Kommunisten, der nicht fragt, ob Antifaschisten Sozialdemokraten oder Juden sind. Weltanschauungen toleriert er, für ihn gelten Taten gegen die aufkommende braune Gefahr. Mit dieser Haltung gewinnt der jungen Mann Achtung und Vertrauen, sowohl als er nach Hamburg Wilhelmsburg zieht als auch während der Haft und später im Konzentrationslager Sachsenhausen.
Dem zehn Jahre jüngeren Juden Kurt Wolf van der Walde rettete Rudi Mokry durch seine Zeugenaussage wahrscheinlich das Leben und so war es möglich, dass Michael Grill den ehemaligen Mithäftling van der Walde selbst noch kennenlernte und dadurch viel über das Leben von „Rudi“ erfragen konnte.
Am 11. Oktober 1944 wird Rudolf Mokry mit 26 willkürlich ausgesuchten Häftlingen im KZ Sachsenhausen von der SS erschossen. Erst 2014 wurde dort eine eindrucksvolle Gedenkstehle eingeweiht. Auch eine Gruppe der BO VVN -BdA aus Rostock nahm daran teil. Nach der Lesung konnte Johanna Jawinsky von dieser Einweihung in Sachsenhausen einige Fotos zeigen.
Michael Grill und Mario Moreno gelangen mit ihrer Lesung eine ausgewogene Mischung von Sachlichkeit und Emotionen, der die Zuhörer mit Spannung folgten konnten. Auch die Nichte von Rudi Mokry und zwei weitere Verwandte erlebten diese Stunde mit viel Anteilnahme.
Ein Bummel durch Rudis „Heimatstadt“ Rostock, zu den von ihm mit begründeten Sportstätten und dem Gedenkstein im Barnsdorfer Wald machten diesen Tag auch für die „Zwei gegen den Strom“ zum Erlebnis.

mokry

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