Nicht nur eine Gedenkstätte – Deutsche Ärzte in Spanien 1936 – 1939

Die neue Dokumentation von Willi Eckert und Hannelore Rabe ist erschienen und kann bei der VVN BdA Rostock angefordert werden:
Nicht nur eine Gedenkstätte – Deutsche Ärzte in Spanien 1936 – 1939

brigadenInhalt:

Vorwort … 5
Internationale Lage, Situation in Spanien in den dreißiger Jahren – Der geschichtliche Hintergrund … 7
Dolores Ibarruri Gomez … 9
Zeittafel … 13

Der Internationale Sanitätsdienst der „Spanischen Republik“ (Servicio Sanitario Internacional, SSI) … 18
Pioniere und Begleiter des Sanitätsdienstes der Internationalen Brigaden / Ärzte in Spanien … 23
Dr. Rudolf Neumann … 23
Dr. Ursula Amann … 26
Dr. Rolf Becker … 29

Die Gedenkstätte „Deutsche Ärzte in Spanien 1936 – 1939“ in Ueckermünde … 32
Dr. med. Günter Bodek … 33
Dr. med. Walter Blank … 38
Dr. med. Karl Schnell … 40
Dr. med. Herbert Feldmann … 40
Dr. Werner Heilbrunn … 41
Dr. med. Hans Serelman … 45

Die Gedenkstätte und ihre Geschichte … 49
Vorgeschichte … 49
Ueckermünde – Mexiko … 49
Tradition / Die Gedenkstätte … 54
Kampf gegen das Vergessenwerden … 55

Aus dem Vorwort von Hannelore Rabe:

Geschichte liest sich in jedem gesellschaftlichen System anders, je nachdem wessen Interessen gerade bedient werden sollen. Man spricht vom „Spanischen Bürgerkrieg 1936 – 1939“. Dabei wird „über­sehen“, dass die Bevölkerung ihre rechtmäßig ge­wählte junge spanische Republik gegen den Putsch des Nationalisten Franco verteidigte. Es wird „übersehen“, dass die zu Hilfe geeilten Freiwilligen aus 54 Ländern in den Internationalen Brigaden tatsächlich gegen den erstmals europaweit agierenden Faschismus kämpften. An Spanien waren England, Frankreich, der italienische Faschistenführer Mussolini und die deutsche Rüstungsindustrie interessiert. Bezeichnend ist die Aussage von Hermann Göring auf dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess: „Als in Spanien der Bürgerkrieg ausgebrochen war, sandte Franco einen Hilferuf an Deutschland um Unterstützung, besonders in der Luft (…). Der Führer überlegte sich, ich drängte lebhaft, die Unterstützung unter allen Umständen zu geben. Einmal um der Ausweitung des Kommunismus (…) entgegenzutreten, zum zweiten aber, um meine junge Luftwaffe bei dieser Gelegenheit in diesem oder jenem technischen Punkt zu erproben“. (1)
Mit den Folgen dieser „Erprobung“ wurden neben tausenden Spaniern und Freiwilligen auch die in diesem Buch beschriebenen sechs deutschen Ärzte konfrontiert. Weil sie als Juden galten, mussten sie ihre Heimat verlassen, gingen nach Spanien und meldeten sich bei den internationalen Brigaden.
Nachdenklich stimmt, weshalb über Dr. Bodeks Leben relativ viel und über das der anderen fünf kaum etwas bekannt war. Die Interbrigadisten hatten ein gemeinsames Ziel, die Entmachtung der Putschisten. Aber es waren Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen, ihren Neigungen und Anschauungen. Wenn sich die Ärzte bis zur Erschöpfung für ihre Patienten und damit für die internationale Solidarität aufopferten, so konnten u.a. auch ihre politischen Erfah­rungen und Auffassungen von dem späteren Klischee der Spanienkämpfer als unfehlbare Helden abweichen. …….

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