Bericht vom 5. VVN-BdA Bundeskongress von Hannelore Rabe

VVN-BdA – 5. Bundeskongress 30. Mai bis 01. Juni 2014
Frankfurt/Main im SAALBAU Gallus
Als Delegierte nahmen Hannelore und Ulrich Rabe, und als Gast Daniel Leon Schikora teil.
Die Wahl des Tagungsortes war eine gute Idee und die Organisation des Bundeskongresses verdient großes Lob.
Im Bürgerhaus Gallus, tagte 1964 der Auschwitz-Prozess. Die Aura des Saales, Inhalt und Ziele unseres Treffens bewirkten eine besondere Atmosphäre.
Über die Tagesordnung, Berichte, Höhepunkte und Ergebnisse des Bundeskongresses informieren die Internetseite VVN-BdA Berlin und die ANTIFA.
Während die Gäste aus Frankreich, Ungarn, Griechenland und den Niederlanden über ihre Probleme und Befürchtungen mit „den Rechten“ und nach der Europarat – Wahl berichteten, wurden wir sehr nachdenklich. Wenn Rassismus, nationalistische Ideologien und „Sozialhilfe von rechts“ in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, müssen die Antifaschisten auch in der Mitte der Gesellschaft sein. Immer wieder bewahrheitet es sich, „wo wir nicht sind, sind die anderen“.
Es genügt nicht mehr, der Bevölkerung an bestimmen Tagen des Jahres und zu konkreten Anlässen zu sagen, was der Faschismus alles verbrochen hat, dass wir Antifaschisten gegen den Faschismus sind und die Bevölkerung bitte schön auch dagegen sein möchte.
Es genügt nicht mehr, mit Bussen an einen lokalen Brennpunkt zu fahren, um zu demonstrieren wir sind mit euch und nach fünf Stunden wieder weg zu fahren,

  • wenn wir gar nicht wissen, wie sich rechte Gesinnung konkret in dieser Stadt, in diesem Dorf auswirkt,
  • wenn wir die sozialen Strukturen und Abhängigkeiten, die Sorgen dieser Bewohner, dieses Ortes zu dieser Zeit gar nicht kennen,
  • wenn die Leute fragen: “Was wollen die denn bei uns, wo kommen die her, was sind das für welche?“ und womöglich noch Angst vor den Dunkelgekleideten haben.

Wir sollten Bewährtes beibehalten, aber überlegen, wie wir mehr Menschen direkt erreichen, um ihnen die Zusammenhänge zwischen ihrer Unzufriedenheit und undemo-kratischen, antihumanistischen Entscheidungen und Handlungen in der Gesellschaft deutlich zu machen. Unser Landes- und neuer Bundesvorsitzender Axel Holz meint, es sollte uns gelingen, über die demokratischen Strukturen eines Ortes die speziellen Probleme der Menschen kennen zu lernen. Dann könnten wir sie in ihren Bestrebungen gegen diskriminierende, rassistische und ausländerfeindliche Einflüsse unterstützen.

Fazit: Mit dem 5. Bundeskongress wurde deutlich, dass wir unsere Ziele grundlegend neu definieren müssen, andere, neue Mittel und Methoden finden und auch ungewöhnliche Wege gehen müssen.

Hannelore R a b e

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