Gedenke – aber vergiss nicht!

Kommentar von  Hannelore Rabe, VVN-BdA Rostock Vorstandsmitglied, zur FDP Attacke gegen die VVN-BdA Rostock:

“Gedenke – aber vergiss nicht!” – so könnte man ein jüdisches Sprichwort interpretieren.

Anders sieht es wohl die FDP in Rostock, die uns am 26.01 2012 über die Presse aufforderte

„…endlich einmal damit aufzuhören, die Opfer der Shoa für linkspazifistische Ziele zu missbrauchen“. Wir wurden aufgefordert, „beim Gedenken, Verbindungen zu anderen Ereignissen in der Welt zu unterlassen“.

Aber gerade das werden wir auch in Zukunft gemeinsam mit unterschiedlichen Gruppen junger Menschen, wie Antifa, Solid, Sobi, NIG, Studierenden und Absolventen, der BO- Jugend, gemeinsam mit dem Friedensbündnis, der jüdischen Gemeinde und Rostocker Bürgern tun. Mit ihnen haben wir verhindert, dass Rostock zur „Heinkelstadt“ erklärt wurde, dass eine geschichts- verfälschende Heinkel-Ausstellung geschlossen und durch eine sachliche ersetzt wurde. Diese, die Neofa- und die Ehrenberg-Ausstellungen wurden gemeinsam präsentiert, Studenten übernahmen Führungen. An unseren traditionellen Veranstaltungen (27.1./ 8.Mai und im September) nehmen in jedem Jahr mehr Jugendliche teil. Unsere Mitglieder werden von ihnen immer öfter in den „Bildungskeller“ der Uni, in das „Peter-Weis-Haus“ zu Diskussionsveranstaltungen eingeladen, auf die wir uns gründlich vorbereiten müssen, um zu überzeugen. Als Basisorganisation erarbeiteten wir handliche Flyer zu den antifaschistischen Gedenkorten der Stadt, veröffentlichten eine Informations- Broschüre über die, auf dem Rostocker Friedhof beigesetzten Opfer des Faschismus, Sobi (Soziale Bildung e.V.) konnte soeben die Broschüre „Rostock unterm Hakenkreuz“ mit unserer Beteiligung herausgeben. Zu all den Orten, sowie zu den Stolpersteinen werden Jugendliche Führungen übernehmen.

Seit Jahren hat die Basisorganisation persönliche Kontakte zu ehemaligen KZ- Häftlingen aus Rostow am Don, Ljubljana, Warschau, Barcelona, Dänemark und London. Konnten sie uns anfangs persönlich von ihrem Leben als Zwangsarbeiterinnen, Partisanen, KZ- Häftlinge, Emigranten berichten, bleiben uns heute nur Briefe, Berichte und Fotos. Immer beliebter werden die von uns gemeinsam mit NIG- Jugendlichen organisierten Tagesfahrten zu antifaschistischen Gedenkorten der Umgebung. Außer unseren Mitgliedern melden sich zunehmend Jugendliche und interessierte ältere Rostocker an, wir müssen größere Busse bestellen.

Wir gedenken, erinnern und sprechen auch hierbei über die Ursachen, über Kriege und die Gegenwart. Dabei werden wir immer Verbindungen zu anderen Ereignissen in der Welt herstellen, herstellen müssen.

 

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